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Wie sinnvoll ist eine Restschuldversicherung für Kredit-Nehmer tatsächlich?

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Restschuldversicherungen versprechen u.a. Absicherungen gegen Arbeitslosigkeit

Ein neues Auto muss her? Die Waschmaschine ist defekt? Das TV-Gerät streikt und muss ersetzt werden? All das gestaltet sich nicht mehr problematisch, da man – entsprechende Solvenz vorausgesetzt – über einen Kredit in kleinerem oder größerem Rahmen verfügen kann.

Mit der Kreditvergabe geht nicht selten eine Restschuldversicherung Hand in Hand. Doch was ist eine Restschuldversicherung? Benötigt man sie wirklich? Und wer benötigt wirklich eine Restschuldversicherung? Auf was sollte oder muss man achten und was sollte man als Kunde prüfen, bevor man eine Restschuldversicherung abschließt? Was gilt es hinsichtlich der Kosten zu beachten?

Grundsätzlich birgt die Aufnahme eines kleineren oder größeren Kredites gewisse Risiken. Gerade wenn die aufzunehmende Summe in höhere Dimensionen geht – Kauf oder Bau eines Hauses, Anschaffung einer Eigentumswohnung usw. – bewegt man sich als Kreditnehmer in Größenordnungen, die leicht unüberschaubar werden können. Sollte der Ernstfall eintreten und man wird als Kreditnehmer arbeitslos, besteht das Risiko, den Kredit nicht mehr bedienen zu können.

Gleiches greift, wird man über einen längeren Zeitraum krank oder sogar berufsunfähig, denn auch dabei droht das Risiko, mit den Raten in Rückstand zu geraten. Ebenso ist das Risiko eines plötzlichen Todesfalles nicht zu unterschätzen, wodurch die Kreditrückzahlung bei einem Alleinverdiener nicht mehr getätigt werden kann.

Auch dem Kreditinstitut sind diese Risiken gegenwärtig und es wird versucht, das Risiko der Nichtbedienbarkeit des Kredites zu minimieren. Die kreditgebende Bank sichert solche Ausfallrisiken in der Regel durch eine sogenannte Restschuldversicherung ab. Doch nicht nur für den Kreditgeber, sondern auch für den Kreditnehmer ist eine solche Form der Absicherung unter gewissen Umständen von größter Bedeutung.

Was versteht man unter einer Restschuldversicherung?

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Eine Restschuldversicherung bringt Sicherheit für Kreditnehmer und -geber.

Die Restschuldversicherung (RSV abgekürzt) fällt in die Gruppe der sogenannten Risikoversicherungen. Über die RSV wird der Kreditnehmer, je nach Versicherungsform auch nahestehende Angehörige, dahin gehend abgesichert, sollten sich gravierende Probleme bei der Bedienung der monatlichen Kreditraten ergeben.

Sollte zum Beispiel der Hauptdarlehensnehmer plötzlich versterben und der Kredit kann so nicht mehr bedient werden, träte die Versicherung an seiner Stelle ein und würde für die Begleichung der noch offenen Verbindlichkeiten eintreten. Je nach gewählter Form der Restschuldversicherung wird dabei auch das Risiko des unverschuldeten Jobverlustes – nicht die eigene und freiwillige Kündigung! – abgesichert. Sie greift auch im Falle einer krankheitsbedingten Zahlungsunfähigkeit. Sollte eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit vorliegen, tritt ebenso die Versicherung zur Tilgung des Darlehens ein, wenn man die entsprechenden Erweiterungen der Zuständigkeit gewählt hat.

In manchen Fällen dient die RSV auch dazu, als weitere Sicherheit zu fungieren, um die Kreditvergabe seitens der Bank leichtgängiger zu gestalten. Aus diesem Grund gibt es Kreditinstitute am Markt, die darauf bestehen, dass der Kreditnehmer vor der Gewährung des Kredites eine Restschuldversicherung abschließt. Bei der entsprechenden Verpflichtung zur Zusatzabsicherung des Kredites über eine Versicherungspolice besteht bankseitig allerdings die Pflicht, dass die Kosten dieser RSV in den Berechnungsmodellen zum Effektivzins aufgeführt werden müssen.

Um dieser Pflicht nicht Genüge tun zu müssen, haben es sich einige Kreditinstitute zur Gewohnheit gemacht, nicht mehr offizielle darauf zu bestehen, dass eine RSV abgeschlossen wird. Trotzdem wird dem Kunden gerne suggeriert, dass er ohne eine entsprechende Versicherung ein existenziell bedrohliches Risiko eingeht.

So soll der Kunde dahin gehend „tendenziös beeinflusst werden“, auch ohne Drängen der Bank eine solche Restschuldversicherung abzuschließen. Für die Bank handelt es sich dabei unter Umständen um ein „nettes Zusatzgeschäft“. Erstens ist so der Kredit gegen relativ viele Eventualitäten abgesichert und zweitens erhalten Banken im Regelfall eine Provision vom Versicherungsträger, so sie für die RSV mit bestimmten Anbietern kooperieren.

Wie gestalten sich die Kosten?

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Die Kosten für eine RSV sollten Sie gut prüfen – der Kredit kann sich deutlich verteuern.

Die für die RSV anfallenden Kosten wird das Kreditinstitut im Normalfall auf die Kreditsumme aufschlagen. Dadurch erhöhen sich in direkter Folge selbstverständlich die monatlichen Raten, die man als Kreditnehmer zur Bedienung des Darlehens aufwenden muss. Der Rahmen an Kosten, den man als Kunde für eine solche RSV aufwenden muss, richtet sich in der Regel nach dem Anbieter, da der Umfang nicht gesetzlich festgeschrieben ist.

Je nach Kreditinstitut und RSV-Anbieter sind dabei unter Umständen Kosten möglich, die bis an die Grenze von 30 % der Gesamtsumme des Darlehens heranreichen. Selbst wenn der Kredit selbst in einem überschaubaren Rahmen gehalten ist, sind so theoretisch RSV-Kosten möglich, die in die Tausende an Euro gehen. Grundsätzlich ist es darum dringend angeraten, vor dem Abschluss einer RSV zu eruieren, wer gegebenenfalls der Anbieter mit dem Bestangebot ist. Zu den günstigsten Anbietern von Konsumentenkrediten zählt die CreditPlus, hier betragen die Kosten für eine Restschuldversicherung durchschnittlich unter 0,40 Euro pro Tag. Auch andere Institute (u.a. Süd-West-Kreditbank) bieten entsprechenden Lösungen an.

Sollten die Kosten der Restschuldversicherung über einen Rahmen von circa 10 % der gesamten Finanzierungssumme hinausgehen, sollte man als Kunde dankend ablehnen. Zu berücksichtigen ist: Der eigene Abschluss einer Versicherung zur Kreditabsicherung liegt im Regelfall immer unter dem Kurs, der durch die Bank und deren Partner-Versicherungen offeriert wird.

Wo liegen die Vorteile und Nachteile?

Ein nicht unerheblicher Nachteil liegt darin begründet, dass die Absicherung durch eine Restschuldversicherung nicht selten große Lücken aufweist. Diese bestehen zum Beispiel darin, dass man selbst darauf achten muss, dass man alle Eventualitäten – jeweils zu steigenden Versicherungssummen – abfängt. Ferner greifen nicht selten nicht unerhebliche Wartezeiten, bevor die Versicherung in Anspruch genommen werden kann. Das bedeutet, man muss erst die Versicherung über einen Zeitraum X bedient haben, bevor der umfassende Versicherungsschutz beginnt. Das greift beispielsweise dann, wenn man den Fall eigener Arbeitslosigkeit versichert sehen will. Ohne dass man seit einer vom Versicherer vorgegebenen Zeitspanne in die Versicherung eingezahlt hat, wird der Versicherungsfall nicht anerkannt. Darüber hinaus greift, dass bei Arbeitslosigkeit die Übernahme der Raten durch die Versicherung oftmals nicht durchgängig, sondern nur befristet durchgeführt wird. Als häufig gewählte Grenze gilt hierbei ein Jahr.

Ein klares Argument für den Abschluss einer Restschuldversicherung ist zweifellos die vereinfachte Bearbeitungs- und Wartezeit, um überhaupt den gewünschten Kredit zu bekommen. Möchte man beispielsweise selbst dafür Sorge tragen, Risiken abzusichern, sind oft Gesundheitsprüfungen mit dem Abschluss der Versicherung verbunden, die bei bankseitigen Versicherungen in der Regel entfallen. Erhält man nun die sogenannte Risikolebensversicherung nicht, entfällt dadurch auch die Kreditvergabe. Gerade der Punkt, dass man bei der Restschuldversicherung über die Bank auch das Risiko einer nicht selbst verschuldeten Arbeitslosigkeit absichern kann, ist selbstverständlich ein weiteres Kriterium, welches für den RSV-Abschluss spricht. Jedenfalls für den Fall, dass man in Festanstellung und nicht selbstständig tätig ist.

Selbst für den Fall, dass die Zahlungsübernahme nur zeitlich befristet ist, bleibt bei einer Arbeitslosigkeit die Option, sich eine neue Anstellung zu suchen, ohne danach auf einem „Schuldenberg“ zu sitzen.

Für wen ist die Restschuldversicherung geeignet?

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Für große Investitionen, wie z.B. dem Hausbau, ist eine Restschuldversicherung oftmals sinnvoll.

Grundsätzlich sollten Restschuldversicherungen nur dann zum Tragen kommen, wenn es sich um hohe Kreditsummen handelt – beispielsweise beim Bau eines Hauses, oder dem Kauf einer Eigentumswohnung. Grundsätzlich sollte man jedoch auch bei großen Kreditsummen prüfen, ob die eigenen Vermögensverhältnisse den Abschluss zwingend notwendig machen.

Die RSV sollte ebenso dann gewählt werden, wenn man als einzelner Kreditnehmer aus der Familie für einen Kredit zeichnet.

Ist man jedoch bereits umfassend abgesichert – Lebensversicherung, Unfallversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung etc. – erscheint der Abschluss der RSV verzichtbar. Dies jedoch nur unter der Prämisse, der eigene Arbeitsplatz ist gesichert.

Vergleich der Kosten für einen Kredit mit und ohne Restschuldversicherung

In der folgenden Tabelle sehen Sie beispielhaft die Kosten für einen Kredit von Barclaycard, mit und ohne Restschuldversicherung. Als Beispiel dient ein Kredit über 10.000 Euro, zu einer Laufzeit von 48 Monaten und einem Effektivzins von 5,29%. Wie zu sehen ist, kann eine Restschuldversicherung die monatliche Kreditrate schnell um 15-25 Euro erhöhen.

 Ohne SicherheitspaketSicherheitspaket
für Beamte und Renter
Sicherheitspaket
für Angestellte und Selbständige
Monatliche Rate226,20 EUR241,70 EUR249,20 EUR
Einmalbetragentfällt688,14 EUR1.016,59 EUR
Zinsen853,32 EUR912,31 EUR940,05 EUR
Gesamtbetrag10.853,32 EUR11.600,45 EUR11.956,64 EUR
Differenz mit und ohne Sicherheitspaket-747,13 EUR1.103,32 EUR

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