Kredit-Hilfe zum Ortstarif Mo - Fr von 8 bis 18 Uhr 0911 - 148 783 68

Immobilie kaufen, weil die Zinsen niedrig sind? Chancen und Risiken!

niedrige zinsen bei der Baufinanzierung

Die aktuell niedrigen Hypothekenzinsen könnten Sie dazu verleiten, den Bau oder Kauf einer Immobilie in Erwägung zu ziehen. Aber Vorsicht: Niedrige Zinsen sind nicht das einzige Kriterium, das Sie beim Immobilienkauf berücksichtigen müssen. Auch müssen die Bauzinsen nicht konstant niedrig bleiben!
Lesen Sie in diesem Artikel, welche ganzheitlichen Aspekte Sie bei der Planung berücksichtigen müssen.

Die Verhältnisse müssen über viele Jahre stimmen

Eine Immobilienfinanzierung ist ein langfristiges Geschäft und wird in den nächsten 20 bis 30 Jahren unmittelbaren Einfluss auf Ihre persönliche Situation haben. Die Mindestvoraussetzung für eine derart langfristige Finanzierung ist also ein klarer Blick in die Zukunft mit der Beantwortung folgender Fragen:

  • Wie sicher ist Ihr Arbeitsplatz?
  • Ist die Familienplanung abgeschlossen bzw. wie sieht diese aus?
  • Wie wird sich das Familieneinkommen entwickeln?

Bei diesen Überlegungen sollten Sie sich nicht von dem Reiz der niedrigen Zinsen blenden lassen, denn nur selten erstreckt sich ein niedriger Zins über die gesamte Finanzierungsdauer. Selbst wenn das Zinsniveau über viele Jahre niedrig ist, kann es sich durch eine unvorhersehbare wirtschaftliche Entwicklung umkehren. Gerade bei extrem niedrigen Zinsen in der ersten Festzinsphase kann eine enorme Differenz in der Anschlussfinanzierung Ihre gesamten Planungen auf den Kopf stellen.

Beispiel: Niemand rechnete in den 1980er Jahren mit der deutschen Wiedervereinigung und ihren wirtschaftlichen Folgen. Mit der Einführung der D-Mark in der ehemaligen DDR 1990 kam es nach jahrelang konstanten Immobilienzinsen zwischen sechs und sieben Prozent zu einem plötzlichen Zinsanstieg auf bis zu zehn Prozent. Für viele Immobilienbesitzer, die in dieser Zeit ihre Anschlussfinanzierung abschließen mussten, führte das zu einer monatlichen Mehrbelastung von mehreren Hundert D-Mark.

Anschaffungs- und Nebenkosten richtig einschätzen

Die Kosten für den Neubau oder den Kauf einer Immobilie sind deutlich höher, als der Kauf- oder Herstellungspreis. Für den Kauf eines Grundstückes oder einer fertigen Immobilie fällt Grunderwerbssteuer zwischen 4,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises an. Dabei wird der Kaufpreis eines Grundstücks oder einer fertigen Immobilie zugrunde gelegt.

Grundbucheintragungen, Notargebühren und weitere Nebenkosten erhöhen den Kaufpreis zusätzlich. Neubaukosten bleiben selten auf dem geplanten Niveau und auch beim Kauf einer gebrauchten Immobilie stehen meist Umbauarbeiten an, deren Kosten oft höher ausfallen, als geplant. Weitere Details finden Sie auch in unserem Artikel zum Thema Baufinanzierung.

Die optimale Finanzierung

Im Idealfall fließt in Ihre Finanzierung ein Eigenkapitalanteil von 25 bis 30 Prozent ein. Einen Teil des Eigenkapitals können sie durch die sogenannte Muskelhypothek, also Eigenleistungen bei den Bauarbeiten, decken, doch sollten Sie Ihre Kräfte und Fähigkeiten nicht überschätzen.

In Niedrigzinsphasen ist eine möglichst lange Zinsfestschreibung vorteilhaft, auch wenn die Zinsen dadurch etwas höher ausfallen. Außerdem bietet es sich an, den niedrigen Zins für höhere Tilgungssätze zu nutzen, um die Finanzierungsdauer zu verkürzen

Das könnte Sie auch interessieren