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Der Klassiker: Dispokredit im Check

konto überzogen

Ein typischer Kontoauszug, wenn der Dispokredit regelmäßig beansprucht wird.

Der Dispokredit gehört seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Kreditvarianten in Deutschland und vielen weiteren Nationen, der die explizite Beantragung eines Konsumentenkredits bei einem Geldinstitut überflüssig macht. Grundsätzlich steht dieses Kreditmodell jedem Inhaber eines Girokontos mit einem fortlaufenden Habeneingang offen, wobei die gewährte Kreditlinie stets im Bezug zum Kontoguthaben oder den Lohn- und Gehaltszahlungen steht.

Auch wenn sich über den Dispokredit sehr einfach verfügen lässt, ist er aufgrund hoher Tilgungszinsen kaum als dauerhafte Lösung für Finanzierungsvorhaben zu sehen. Im Folgenden soll mit einem kritischen Blick aufgezeigt werden, wann sich der Dispokredit anbietet und in welchen Fällen besser auf Alternativen zurückzugreifen ist.

Die grundlegende Ausgestaltung

Der Dispositionskredit, kurz auch Dispokredit oder Dispo genannt, ist stets an die Führung eines Girokontos gekoppelt. Für dieses Girokonto setzt das Kreditinstitut regelmäßige Lohn- und Gehaltszahlungen oder einen anderen Habeneingang voraus. Abhängig von der Höhe des Kontostandes bzw. den regelmäßig eingezahlten Summen stellt das Kreditinstitut auf freiwilliger Basis eine sogenannte Kreditlinie bereit.

Der durch die Kreditlinie festgelegte Eurobetrag steht dem Kontobesitzer als Dispokredit zur Verfügung, d. h. er kann auch ohne Guthaben auf dem Girokonto über den genannten Betrag bis zur Kreditlinie verfügen.

Für die Überziehung des Kontos werden Sollzinsen berechnet, bei einem Überschreiten der festgelegten Kreditlinie fallen zusätzliche Überziehungszinsen an. Je nach Finanzdienstleister erfolgt die Abrechnung des Dispokredits in monatlichen oder vierteljährlichen Abständen, wobei der Kontoinhaber glaubhaft machen muss, um die Tilgung des ausstehenden Dispos bemüht zu sein.

Wesentliche Vorteil des Dispokredits

Aus dem Lateinischen übersetzt handelt es sich beim Dispositionskredit um einen Verfügungskredit, d. h. der Kontoinhaber kann ohne gesonderte Ankündigung jederzeit über den festgelegten Kreditrahmen verfügen. Anders als bei einem klassischen Ratenkredit muss weder ein Antrag auf den Kredit gestellt werden, noch muss der Kreditnehmer Sicherheiten oder eine gute Bonität nachweisen.

Der ihm zugestandene Kreditrahmen richtet sich alleine nach der Festlegung durch die Bank bzw. das Kreditinstitut. Hierbei kann diese Kreditspanne immer wieder in Anspruch genommen werden und z. B. kleine finanzielle Engpässe am Monatsende oder größere Anschaffungen ohne echte Kreditaufnahme kompensieren.

Zinsen im Vergleich zu Ratenkrediten sehr hoch

hohe zinsen

Die Zinsen für einen Dispokredit sind im Vergleich zu Raten- und Rahmenkrediten sehr hoch!

Bei einem Blick auf die Zinskonditionen der Banken und Kreditinstitute zeigt sich schnell der größte Nachteil des Dispokredits. Branchenüblich ist aktuell ein effektiver Jahressollzins im niedrigen, zweistelligen Prozentbereich, der Überziehungszinssatz liegt noch einige Prozentpunkte hierüber.

Während aktuell Ratenkredite bei Hausbanken oder im Internet zu einem gemäßigten, einstelligen Zinssatz abgeschlossen werden können, wirken die Tilgungszinsen beim Dispositionskredit eher horrend.

Auch für den Ausgleich des Kontos schreiben die meisten Kreditinstitute kurze Zeitspannen vor, der Dispo ist marktüblich in einem Zeitraum zwischen drei und sechs Monaten auszugleichen.

In diesen Fällen lohnt sich der Dispokredit

Mit Blick auf die Tilgungszinsen wird deutlich, dass der Dispo keine echte Alternative zu einem Ratenkredit ist. Diese Tatsache wird vielen Schuldnern mit einer ansprechenden Bonität leider zu selten bewusst, so dass über viele Monate hinweg der Kreditrahmen für teure Zinsen ausgenutzt wird. Stattdessen bietet es sich finanziell an, einen Ratenkredit über einen kurzfristigen Zeitraum abzuschließen und mit diesem die bestehende Schuld des Dispokredits auszugleichen.

Der ans Girokonto gekoppelte Dispo ist auch nicht als Finanzprodukt für langfristige Finanzierungsvorhaben konzipiert wurden, sondern soll dem Kontoinhaber für besondere Lebenslagen kurzfristig einen etwas größeren Finanzspielraum gewähren. Sollte beispielsweise eine teure Reparatur bezahlt werden müssen oder ein hochwertiges Haushaltsgerät gegen Monatsende bestellt werden, muss Dank des Dispositionskredits nicht extra ein Ratenkredit aufgenommen werden.

Für wenige Tage lohnt sich der Dispokredit auch zu den höheren Zinsen, bis hiernach der nächste Gehaltseingang die bestehende Schuld ausgleicht.

Sinnvolle Alternativen

alternativen

Die einfachste Alternative zum Dispo sind flexible Rahmenkredite.

Im Unterschied zu einem Ratenkredit muss der Kreditnehmer beim Dispokredit nicht explizit einen Darlehensbetrag benennen. Er überzieht sein Konto im Rahmen der Kreditlinie stattdessen nach eigenen, finanziellen Vorstellungen und hat auch nur für diesen Geldbetrag seine Schuldzinsen zu entrichten.

Wer von diesem Prinzip ohne hohe Tilgungszinsen profitieren möchte, ist mit einem Abrufkredit bzw. Rahmenkredit gut beraten, den immer mehr Finanzinstitute in Deutschland anbieten. Diese Kreditform vereint die günstigen Tilgungskonditionen eines klassischen Ratenkredits mit dem Verfügungsrahmen des Dispokredits.

Das Geldinstitut gewährt bei einem Abrufkredit keinen konkreten Darlehensbetrag in einer festgelegten Höhe, sondern räumt wie beim Dispo einen Kreditrahmen ein. Dieser kann flexibel vom Kreditnehmer in Anspruch genommen werden, wobei das Kreditangebot ohne gesonderte Kündigung durchgängig gewährt wird.

Natürlich hat diese Regelung auch einen kleinen Nachteil: Wie beim Ratenkredit hat der Antragssteller Sicherheiten vorzuweisen, an denen sich die Höhe des eingeräumten Kreditrahmens orientiert. Dieser Rahmen kann durch Prüfung von Bonität und Sicherheiten folglich sehr gering ausfallen, was bei einem klassischen Dispositionskredit mit einem geringen Habeneingang auf dem Girokonto allerdings auch der Fall wäre.

Fazit

Der Dispositionskredit ist fester Bestandteil der internationalen Kreditlandschaft, und dies bereits seit vielen Jahrzehnten. Auch wenn die hohen Tilgungszinsen im Vergleich zu einem Ratenkredit die Nutzung wenig lukrativ gestalten, wird der Dispo damals wie heute gerne in Anspruch genommen und hilft beim Überwinden kurzfristiger, finanzielle Engpässe.

Auch wenn die Bezeichnung Dispokredit etabliert ist, sollten keine Parallelen zu einem klassischen Konsumentenkredit gezogen werden, der sich deutlich günstiger und auch über einen längeren Zeitraum hinweg finanzieren lässt.

Mit Alternativen wie dem Abrufkredit hat die Finanzbranche sinnvolle Alternativen geschaffen, bei denen die Vorzüge des Dispokredits aufgegriffen und den Konditionen klassischer Ratenkredite vereint werden. In den meisten Fällen ist diese Form des Kredits die beste Wahl, wenn nicht sogar die eigene Bonität den Abschluss eines echten Ratenkredits mit einer kurzfristigen Laufzeit nahelegt.

Die 5 wichtigsten Fragen zum Dispo:

1 Kann ein Dispokredit auch ohne regelmäßigen Habeneingang abgeschlossen werden?

Prinzipiell ist dies möglich, allerdings hat der Kontoinhaber je nach Bank oder Kreditinstitut hierfür bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Manche Banken werben z. B. für einen Dispokredit, der speziell für Jugendliche oder Studierende vergeben wird. Aus verständlichen Gründen fällt die Kreditlinie eher gering aus, da keine regelmäßigen Einzahlungen auf das Konto vorgenommen werden.

2 Ist der Dispo eine Alternative zum klassischen Ratenkredit?

Nein, sofern mit dem Kredit größere finanzielle Vorhaben über einen längeren Zeitraum finanziert werden sollen. Zum einen wird keine Bank einer langfristigen Nutzung des Disporahmens für eine Kreditfinanzierung zustimmen, zum anderen sind die Tilgungszinsen bei einem Dispositionskredit deutlich höher als beim Ratenkredit und somit unwirtschaftlicher.

3 Kann eine Bank den gewährten Kredit auch kündigen?

Dies ist möglich und auch üblich, sofern der Kontoinhaber über viele Monate hinweg keinen Ausgleich des gewährten Kredits anstrebt. Das Kreditinstitut kann sich auf dieser Basis entschließen, dem Kunden fortan keinen Kredit mehr zu gewähren bzw. die Kreditlinie erheblich abzusenken. Sollten noch weitere Forderungen bestehen, die der Kontoinhaber trotz Anmahnung durch das Finanzinstitut nicht ausgleicht, kann dieses seine Ansprüche z. B. über einem Gerichtsvollzieher durchsetzen.

4 Der gewährte Dispositionsrahmen ist zu niedrig – kann dieser angepasst werden?

Falls für ein bestimmtes Finanzierungsvorhaben der Dispo nicht ausreicht und kurzfristig erhöht werden soll, ist das direkte Gespräch mit der Bank zu suchen. Bei guten Kunden mit einem fortlaufenden Habeneingang dürfte sich die Bank dieser Erhöhung nicht verweigern. Eine dauerhafte Anhebung der Kreditlinie ist allerdings selten, sofern nicht Veränderungen wie ein Gehaltsanstieg o. ä. zu verzeichnen sind.

5 Ist Dispo- und Abrufkredit das gleiche Finanzprodukt?

Nein, allerdings sind sich beide sehr ähnlich. Der Dispokredit ist stets an ein Girokonto gekoppelt, während der Abrufkredit frei abgeschlossen werden kann. Für die Festlegung der Kreditlinie bei einem Abrufkredit werden die individuellen Sicherheiten und die Bonität des Antragsstellers überprüft, bei einem Dispokredit entscheidet hier alleine der fortlaufende Habeneingang des Girokontos.

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